Restaurierung HÖFNER 500/1 Violin Bass

Neu eingetroffen – Ein alter Höfner Violin Bass mit ein paar Blessuren. Der Hals hat sich samt Ahorn Block aus der Zarge gelöst, wobei der Block teilweise gebrochen ist. Zudem hat das Griffbrett von oben einen Bruch erlitten, wo aber nur der Hals selbst gebrochen ist und das Griffbrett noch unversehrt geblieben ist. Was genau hier passiert ist, kann man nur spekulieren. Jedenfalls muss der Bass einmal komplett zerlegt werden und dann Schritt für Schritt wieder hergestellt werden. Freue mich 🙂

Beginnen wir mit der Demontage 😉 Die Tonabnehmerrahmen Schrauben sind bei diesen Modellen oft hinüber – Teils weil diese weggerostet oder durch die Benutzung falscher Schraubendreher im laufe Ihrer Lebzeit gequält wurden. Diese sind sehr empfindlich, konnte aber bis auf eine alle soweit retten.

Die Elektrik ist soweit unberührt geblieben wie es scheint

Der Hals hat eine angerissene Stelle am G Tuner. Die Verleimung des 5teiligen Halses sieht sonst soweit gut aus. Ein tolles Bild übrigens, mit den verschiedenen Tuner-Typen an der Kopfplatte 🙂 Der Trussrod war mit Kleber überzogen. Ich vermute das der Kleber vom Sattel kam. Hier wurde entweder einmal nachgeklebt oder der Sattel getauscht. Trussrod ist aber zum Glück freigängig

Ein paar Begutachtungen ringsum – Das Binding löst sich an den Verjüngungen…..irgendwoher kenne ich das doch aus früheren Projekten 🙂 Dann haben wir noch normale Brüche und hier und da. Eben was so Anfällt bei einem Instrument das schon fast 60 Jahre Alt ist.

Den Hals habe ich aus der Halstasche gelöst bekommen. Da war weitgehend noch Hautleim vorhanden, zum Glück kein Epoxid oder ähnliche Klebstoffe. Ich erwähnte oben ja den Bruch aus der Zarge, am Hals selbst klebte auch noch etwas vom Ahorn-Block. Zuerst wird das restliche Binding entfernt und dann der Block mittels Wärme vom Hals gelöst. Das ist das tolle an Gluteinleimen, die mit Hilfe von Wärme komplett reversible sind.

Die Halstasche muss komplett neu aufgebaut werden. Zuerst habe ich das in Position geleimt, was möglich war. Dann ging es an den Wiederaufbau der Halstasche, so dass hier der Hals wieder pass-genau sitzt. Pass-genau meine ich so, dass der Hals theoretisch ohne Leim in der Tasche hebt. An den Seiten der oberen Decke musste auch teilweise wider Holz hinzugefügt werden. Habe dies mit Fichtestücken realisiert.

Der Hals sitzt nun sauber in der Tasche und ist bereit für die Hochzeit. Geklebt wird mit einer Haut-Knochenleim Mischung. Ein Babyflaschenwärmer hat sich als Leimkocher bisher am besten bei mir bewährt 🙂

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